Aufgabe für Tag 31

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Du wirst heute und in den folgenden Tagen Schritt für Schritt die einzelnen Felder des Extended Canvas befüllen. Heute beginnst du mit deiner „Zielgruppe“. Bedenke, dass die Kunden, die dein Produkt kaufen werden („Käufer“), nicht immer auch die sind, die es nutzen („Nutzer“). Beide sind gleich relevant, um ein erfolgreiches Angebot zu entwickeln. Kunden und Nutzer können die gleiche Person sein, insbesondere im Konsumentengeschäft, müssen es aber nicht, vor allem wenn du mit Unternehmen oder Institutionen Geschäfte machen willst.

Und hier kommt deine Aufgabe:

Überlege dir – am besten mit deinem Sparringspartner –, wer genau deine zukünftigen Kunden und Nutzer sind:

  • Sind das eher Frauen (z. B. Yoga-Studio) oder eher Männer (z. B. Sports Bar)?
  • Welche Altersgruppe interessiert sich am meisten für dein Angebot?
  • Welche besonderen Eigenschaften hat deine Zielgruppe (z. B. sportinteressiert, gesundheitsbewusst, wohlhabend, geringes Einkommen, wenig Zeit etc.)?
  • In welchen Preissegment bewegen sich deine Kunden (z.B. sehr kostenbewusst oder bereit für Premiumangebote auch Premiumpreise zu bezahlen)?

Schreibe jedes unterscheidbare Kundensegment auf ein Post-it, ohne bereits zu sehr in eine Bewertung oder Diskussion zu gehen.

Wenn dir keine weiteren Kundensegmente mehr einfallen, dann sortiere die Kunden nach deren Bedeutung für deine Idee, fasse Gruppen eventuell zusammen oder teile sie in Untergruppen auf. Am Schluss wählst du die wichtigsten zwei bis vier Kundensegmente aus und klebst sie in absteigender Reihenfolge ihrer Bedeutung in die „Zielgruppen“-Box.

Es ist essenziell für alle weiteren Schritte, dass du deine Zielgruppe kennst. Denn nur wenn diese klar definiert ist und du deren Bedürfnisse und Erwartungen richtig einschätzt, wirst du sie zielgerichtet ansprechen und ihnen was verkaufen können.

Vielleicht freust du dich, dass im Prinzip jeder dein Kunde ist, weil du glaubst, so höhere Erfolgsaussichten zu haben. Doch leider ist es genau umgekehrt: Wenn jeder dein Kunde ist, ist keiner dein Kunde. Die Wahrscheinlichkeit im übergroßen Angebot am Markt wahrgenommen zu werden, ist wesentlich höher, wenn du dich auf eine klar definierte Nische fokussierst. Also statt „alle Mütter“ anzusprechen, ist es besser, sich auf „arbeitenden Mütter, deren Kinder noch nicht in die Schule gehen“ zu konzentrieren und für diese ein spezielles und einzigartiges Angebot zu kreieren.

Zweiter Teil der Aufgabe:

Versuche sinnvoll zu schätzen, wie viele potenzielle Kunden deine Zielgruppen enthalten. Schreibe deine Schätzung [von … bis …. Kunden] auf die jeweiligen Post-its.

Schau dir zum Abschluss noch mal dein Ergebnis von heute an. Wie sieht es aus? Wie fühlt es sich an? Jetzt gilt es erstmal darüber zu schlafen…

Hinweis: Falls möglich, verabrede dich am besten gleich morgen wieder mit deinem Sparringspartner.