Aufgabe für Tag 16

Tag 16 – Beschränke das Telefon

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Die heutige Aufgabe ist für dich nur relevant, wenn du beruflich viel telefonierst. Falls dies nicht der Fall ist, dann hast du heute frei.

Seit vier Tagen hast du dich bereit aus den Klauen deines Smartphones etwas befreit. Ich hoffe, du spürst schon den Unterschied und genießt deine zunehmende Unabhängigkeit. Wahrscheinlich merkst du auch, wie oft du an dein Smartphone denkst, gerne darauf schauen möchtest und wie schwer es dir fällt, daran zu denken, es NICHT mitzunehmen, wenn du es nicht unbedingt brauchst.

Gib diesen Impulsen mal NICHT nach. Das schaffst du nicht? Das kannst du nicht? Wie willst du es dann schaffen, erfolgreich selbstständig zu werden, wenn du dich nicht mal selbst beherrscht? Also, auch wenn es wie eine unwichtige Kleinigkeit klingt: Es ist eine Übung in Disziplin und Fokus – beides brauchst du auf deinem Weg zu mehr Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung.

So, heute und die nächsten Tage kommt jetzt noch das gute alte Festnetztelefon hinzu, dass viele zu Hause oder im Büro haben.

Wir Menschen können es kaum ertragen, wenn unser Telefon klingelt und wir nicht drangehen. Wer mag das sein? Ist es vielleicht was Wichtiges? Oh, da will jemand mit mir sprechen, wie schön! Ist es vielleicht eine gute Nachricht? Oder doch eine schlechte?

Sicherlich spürst du auch den Ärger, wenn du an der Anmeldung beim Arzt stehst und die Person am Empfang durch einen Anruf davon abgehalten wird, die Patienten vor Ort weiter zu bedienen. Es ist ein bisschen so, als wenn sich da jemand vordrängelt, oder?

Lass es nicht mehr zu, dass sich ein Telefon vor die Dinge drängelt, die dir wirklich wichtig sind. Wenn der Anrufer ein wichtiges Anliegen hat, wird er sich garantiert wieder melden. Und wenn nicht, dann ist es auch gut.

Das ist deine Aufgabe für heute und die nächsten Wochen:

Schalte ab heute deine Telefone auf lautlos bzw. leite sie auf deinen Anrufbeantworter weiter, wenn du dich in einer Phase konzentrieren Arbeitens befindest. Höre danach den Anrufbeantworter ab und reagiere zeitnah auf die Anrufe, damit deine Gesprächspartner merken, dass sie sich auf dich verlassen können.

Falls du doch mal vergessen hast, dein Telefon auf lautlos zu schalten oder umzuleiten, lass es einfach klingeln. Dazu musst du vermutlich deine Komfortzone verlassen, aber es ist eine gute Übung, um dich auf dich zu konzentrieren und nicht immer und zu jeder Zeit für alle da zu sein.

Falls einige Minuten später ein etwas verärgerter Kollege in deiner Tür steht und dich fragt, warum du nicht ans Telefon gehst, sag ganz gelassen: „Ich war und bin gerade in die Arbeit vertieft und möchte das unterbrechungsfrei abschließen. Ich hätte dich im Anschluss zurückgerufen (oder: wäre vorbeigekommen). Um wie viel Uhr würde es dir gut passen?“

Grundsätzlich solltest du dir angewöhnen, Anrufer und Besucher richtig zu begrüßen, wenn du deine Dinge erledigt bekommen möchtest. Wenn du beschäftigt bist und mit einem „Hi, wie geht´s?“ anfängst, darfst du dich nicht wundern, wenn sich ein Gespräch entwickelt und du auf heißen Kohlen sitzt, weil du dich eigentlich gar nicht unterhalten, sondern „nur nett sein“ wolltest. Das ist aber nicht nett, da du falsche Tatsachen suggerierst, nämlich: „Hallo, ich habe Zeit für dich.“ Heb dir das für die Momente auf, wenn du gerade das gute Gefühl hast, was Wichtiges erledigt zu haben und Lust auf einen Smalltalk hast.

Das Motto ist hier: Wenn dich die Antwort nicht interessiert, frag auch nicht! Hier ist wieder eine gesunde Chance, dich aus deiner Komfortzone zu bewegen, neue Angewohnheiten zu erlernen und verbindlicher zu sein!

Viel ehrlicher und produktiver ist: „Hi, was kann ich für dich tun?“ Wenn der Anrufer/Besucher kurz und knapp seinen Wunsch äußern kann, notierst du ihn und verabschiedest ihn mit dem Versprechen, sich später darum zu kümmern. Falls dein Gegenüber weit ausholt, unterbrichst du ihn freundlich und sagst: „Du [Name], ich möchte mich gerne in Ruhe um dich und dein Thema kümmern, bin jetzt aber gerate mitten in einer Arbeit, die ich gerne abschließen möchte. Ist es okay, wenn ich mich danach bei dir melde?“

Zweiter Teil der Aufgabe:

Scheibe dir zum Abschluss dieser Übungsreihe die wichtigsten Vorsätze für effizienteres Arbeit mit Smartphone, E-Mail und Co. als Stichworte auf einen Zettel und lege diesen an deinen Arbeitsplatz. Hänge ihn nicht an die Wand oder als Post-it irgendwo hin, da siehst du ihn schon bald nicht mehr. Lasse ihn auf deinen Arbeitsplatz, auch gerade, wenn er dadurch manchmal „im Weg“ ist…