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Die bisherigen Aufgaben haben in der Regel pro Tag nicht viel mehr als 60 Minuten Zeit in Anspruch genommen, auch wenn du wahrscheinlich viel und immer wieder über das jeweilige Thema nachgedacht und/oder dich mit jemanden darüber unterhalten hast. Im Verlauf des 90-Tage-Programms wirst du später mehr Zeit brauchen, daher beginnst du jetzt damit, dir diese Zeit freizuschaufeln bzw. zu nehmen.
Wer sagt „Ich habe keine Zeit“, drückt damit eigentlich aus: „Mir ist das nicht wichtig genug“. Du wirst dir also die Zeit „nehmen“ müssen, um dein Ziel zu erreichen.

Deine Aufgebe für heute

Identifiziere deine Zeitfresser und mache sie unschädlich. Gehe dazu im Geiste deinen typischen Alltag durch und liste in deinem Notizbuch alle Punkte auf, die deine Zeit, Energie oder Aufmerksamkeit fressen:

  • Welche Dinge kosten mich Zeit (ob sinnvoll oder nicht)?
  • Welche Dinge ziehen meine Aufmerksamkeit ab (z. B. Nachrichten sehen/hören, Fernseher läuft – ggf. im Hintergrund, Benachrichtigungen, die „aufpoppen“, etc.)
  • Was kostet mich viel Energie (z. B. Gespräche mit bestimmten Menschen, unerledigte Dinge, die an mir nagen, Verpflichtungen, die ich gar nicht will etc.)
  • Welchen ggf. versteckten Nutzen habe ich von diesen Dingen (z. B. wenn ich Social Media-Nachrichten oder Likes sehe, fühle ich mich dadurch „gut“ und „gefragt“)
  • Was könnte ich tun, um die Zeitfresser ganz oder zumindest teilweise auszuschalten?

Lese bitte erst weiter, wenn dir keine weiteren Zeitfresser mehr einfallen und du dir zu jedem die fünf Fragen beantwortet hast.

In dieser Woche konzentrieren wir uns zunächst auf die Zeitfresser, die uns als nützliche Helferlein für die Arbeit und als Zerstreuung verkauft wurden: Smartphone, Social Media, Computer, Fernsehen, Computerspiele etc.

Heute fängst du gleich mit dem ersten wichtigen Schritt an: dein Smartphone. Sind wir doch mal ehrlich: Im modernen Leben ist es die Geißel unserer Zeit!

Zweiter Teil der Aufgabe

Nimm dir heute 20 Minuten Zeit und setze die folgenden Schritte um:

  • Deinstalliere die App, die du am häufigsten nutzt, um dich abzulenken (häufig ist das Facebook, Instagram, YouTube, Spiegel-Online, etc. Keine Sorge, du kannst sie in ein paar Tagen/Wochen wieder installieren, wenn dir wirklich danach ist.)
  • Deaktiviere die „Benachrichtigungen“ für alle Apps und aktiviere in den nächsten Tagen die Benachrichtigungen ganz selektiv wieder nur für solche Apps, die dir im Alltag praktisch nutzen. Ich persönlich nutze zum Beispiel MyMüll, um mich daran zu erinnern, rechtzeitig die richtige Mülltonne rauszustellen.
    • Für Android: Einstellungen à „Anwendungen“ oder „Apps“. Wähle dort die gewünschte App aus, von der du die Benachrichtigungen deaktivieren möchtest und folge den weiteren Anweisungen.
    • Für Apple: Einstellungen à „Mitteilungen“ oder „Notifications“. Dort für die gewünschten Apps die Einstellungen ausschalten.

Dritter Teil der Aufgabe

Mache darüber hinaus als Wochenaufgabe täglich folgende Übungen:

  • Lass bewusst dein Smartphone zu Hause, wenn du dich mit Leuten triffst und genieße die neue Freiheit. Ihr verabredet vorher Ort und Zeit und dann geht es los. Falls du dein Smartphone unbedingt brauchst, beispielsweise für dein ÖPNV-Ticket, stelle es durchgehend auf Flugmodus.
  • Für den Fall, dass du dein Smartphone tatsächlich mitnimmst, wenn du aus dem Haus gehst:
    • Mach keine Fotos mit deinem Smartphone, sondern genieße den Moment, so wie er ist.
    • Zeige deinen Freunden keine Fotos/Videos etc. auf dem Smartphone, sondern erzähle ihnen lieber von dem, was du ihnen zeigen willst.
    • Achtung, hier musst du deine Komfortzone verlassen: Wenn dir jemand etwas auf dem Smartphone zeigen will, sag ihm oder ihr, dass du dir vorgenommen hast, weniger auf diese Displays zu starren und er/sie solle dir doch lieber von dem Erlebnis erzählen. Viele werden sich wundern, aber auch beeindruckt sein und sich Fragen stellen, die sie bisher nicht hatten …

Mit dieser Übung (und den folgenden Tagen) erfüllst du drei sehr wichtige Ziele:

  1. Du schaffst dir die Zeit, die du benötigst, um deine Ideen zu entwickeln und umzusetzen, ohne die Leistungsfähigkeit in deinem aktuellen Job zu verlieren. Im Gegenteil: die sollte sogar im Verlauf des 90-Tage-Programms steigen!
  2. Du entziehst dich vielen Einflüssen und Informationen, die dich von dir selbst ablenken und nicht guttun.
  3. Du übernimmst wieder die Kontrolle über dein Leben, was dir die Kraft und das Durchhaltevermögen für die Umsetzung deiner Idee geben wird.